
i see! Installation und Kurzfilm, 2002
|
|
|

|

Werbetafeln
advertisement |
|

|

Ausstellung im O.K Centrum
Linz
Exhibition at the O.K Center in Linz/Austria |
|
Das "i see!"-Gerät ist eine fiktive Erfindung
- ein Gedankenexperiment, um zu untersuchen, wie eine revolutionäre
Neuentwicklung die Gesellschaft verändert. Obwohl es sich
um eine fiktive Erfindung handelt, ist sie mit dem heutigen Stand
der Technik durchaus herstellbar ist.
Die "i see!"-Technik ermöglicht den Benutzer, Daten anderer
Personen abzurufen und sich diese in den eigenen Augen durch Kontaktlinsen
darstellen zu lassen. Es kann auf alle Informationen, die in jeder Art
von computergestützten Systemen gespeichert wurden, zugegreiffen.
Dies umfasst polizeiliche, behördliche und medizinische Daten, aber
auch Konsumenteninformationen.
The "i see!"-tool is only a virtual invention, but it allows to analyse the impact of new developments on behaviours in the society we are living in. Although this is only a virtual invention, it could be realised with today's technical knowledge.
"i see!" enables the user to retrieve other people's information. This information is displayed on the user's eye by contact lenses. It is possible to see all personal data that is stored in a computerbased system. This contains data-sets from the police and government, as well as medical data and consumer information.
|

Konzept
Concept
|

|

Videos
videos
Part 1 (QT 1,5Mb)
Part 2 (QT 2,4Mb)
Part 3 (QT 2,3Mb)
|
" Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keine Angst
vor Überwachung haben" säuseln uns die Statthalter
der Macht von Rechts bis New Labour ins Ohr und sperren allerorts
ihre großen Lauscher auf. Bankomat- und Kreditkarten listen
unsere Bedürfnisstruktur auf, durch Handys, LAN-Technologie
und computergestützte Video-Verkehrsüberwachungen ist
unsere geografische Position jederzeit mit GPS-Genauigkeit bestimmbar.
Die Verknüpfung aller persönlichen Daten ist heilige
Pflicht unter dem Banner des Kampfes gegen Terror und drogendealende
Kinderschänder.
Klaus Taschler entwirft für seine Arbeit ein völlig neues Informationssystem. „i
see!“ blendet uns als NutzerInnen alle Daten über unser Gegenüber
in Kontaktlinsen ein.
In einer düsteren Zukunftsvision, in der jeder Überwacher und Überwachter
ist, ringt ein Protagonist um seine verloren gegangenen Daten. Auf der Suche
nach seiner eigenen Identität versucht er verzweifelt die entstandene Lücke
zu rekonstruieren,
Eine Auswahl unterschiedlichster Personen wurden anhand von Interviews aufgefordert,
sich zu Nutzen und Nachteilen des „i see“ Systems zu äußern.
Ein Grossteil der Befragten wollte von den Segnungen dieses neuen Tools nichts
wissen. Die Skepsis überwog. Als sleeker Jungunternehmer gab sich Taschler
nicht so schnell geschlagen. Er analysierte die angesprochenen Vorurteile und
bereitete eine Aufklärungsoffensive vor.
Als Lösung aller Übel diverser krimineller Energien wird in unseren
technik- und fortschrittsgläubigen Industriestaaten zunehmende Überwachung
und Datenverknüpfung suggeriert. Demgegenüber wird von wohlmeinenden
Liberalen postuliert, dass ein zunehmend indoktriniertes Sicherheitsbedürfnis
breiter Teile des Kleinbürgertums durch Stärkung der persönlichen
Bindungen in einer kommunitaristischen Bürgergesellschaft besser zu beschwichtigen
sei, als durch staatlich-zentrale Kontrollinstanzen. In der allseitigen Stärkung
persönlicher Beziehungen liege die Lösung.
Klaus Taschler greift diesen Ansatz im Stile ausgepuffter Werbestrategen
auf.
Mit seiner doppelbödigen Propagandakampagne nimmt er allen TechnikskeptikerInnen
den Wind aus den Segeln. Taschlers „i see!“ - Produktionspalette
bewirbt mit ironischen Videoclips die bestechenden Vorteile persönlicher
Informationsbereitstellung als Flirt-Prothese und unverzichtbaren Stimulator
für zeitgeistiger Heardbreaker. Die „i see“ Produkte parasite,
recall, tracer, hide-it und matcher sichern jederzeit Informationsvorsprung und
garantieren dadurch Erfolg bei Kontaktaufnahme und beim Aufbau von zwischenmenschlichen
Beziehungen.
Nur Ewiggestrige und Spießer können sich hier noch gegen den Fortschritt
stemmen.
Text: Rainer Zendron
|

Text zum Projekt |
Das Projekt "i see!" wurde im Zuge der Ausstellung "Dialog
IV - Wie groß ist die Welt?" im OK
Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich vom 15. März
bis 25. April 2002 ausgestellt.
Diese Ausstellung schuf eine Verbindung zwischen taiwanesischen und österreichischen
Künstlern, auch indem es uns möglich war, das jeweils andere Land zu
besuchen.
Die weiteren teilnehmenden Künstler:
Michael Lin / Taiwan
Hongjohn Lin / Taiwan
Ellen Pau / Hongkong/China
Fen Weng / Hiannan/China
Yang Yong / Guang-dong/China
Markus Schinwald / A
Anne Schneider / A
Katharina Struber/Ursula Witzany / A
The project "i see!" was
shown at the exibition "Dialog IV - How bis is the world?" at the The
O.K Center for Contemporary Art from March 15th to April 25th 2002. In this exibition the view of five Austrian artists on this topic was connected with that of five taiwanese artists. We had the possibility to visit Taiwan for two weeks in the beginning of 2002.
The artist:
Michael Lin / Taiwan
Hongjohn Lin / Taiwan
Ellen Pau / Hongkong
Fen Weng / Hiannan
Yang Yong / Guang-dong
Markus Schinwald / A
Anne Schneider / A
Katharina Struber/Ursula Witzany / A
|

Ausstellung
Exhibition |
| |
© Klaus
Taschler 2006 |